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Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Krisennetzwerk der Region 10

Ingolstadt

Helmut BauhuberIngolstadtStaatlicher SchulpsychologeMail
Gertraud Gottinger, M.A.IngolstadtSchulpsychologin i.R.Mail
Andreas KoppIngolstadtKrisenseelsorgerMail
Friederike KreutzStaatliches Schulamt IngolstadtStaatliche SchulpsychologinMail
Markus ModerIngolstadt / PfaffenhofenNotfallseelsorgerMail
Johannes SeifertIngolstadt / DollnsteinKrisenseelsorger (KiS)Mail

Kriseninterventionsnetz  Ingolstadt

Bericht über das Kriseninterventionsnetz  Ingolstadt (KIN-IN)

I. Entstehung und  Grundlagen
Das Ingolstädter Kriseninterventionsnetz (KIN-IN) wurde 2003 von Gertraud Gottinger M.A., gerade pensionierte Schulpsychologin für die Gymnasien in Ingolstadt, und  Beratungsrektorin Friederike Kreutz, Schulpsychologin für die Grund-und Hauptschulen in IN, gegründet.
Voraus gingen Information und Training bayerischer SchulpsychologInnen durch Experten und Wissenschaftler des Internationalen Schulpsychologenverbandes ISPA und die Bildung eines Kriseninterventions- und Bewältigungs-Teams Bayerischer Schulpsychologen (KIBBS)
durch den Bayerischen Schulpsychologen-Verband (LBSP) mit Unterstützung des Kultusministeriums. Dieses Team war gerade rechtzeitig ausgebildet worden, um nach der Katastrophe von Erfurt vor Ort tätige Unterstützung zu leisten. Aber auch in „alltäglicheren“  Krisen haben viele Schulpsychologinnen und Schulpsychologen seither an bayerischen Schulen tätige und kompetente Hilfe geleistet.
Der Gedanke eines „Sicherheits“-Konzepts auch für Schulen wurde schon nach der Tragödie in Erfurt in der Öffentlichkeit, aber auch vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus für alle bayerische Schulen ausdrücklich gefordert.
In der Politik und vielfach in der Öffentlichkeit wurde nach der Krise in Erfurt und weiteren Schulkrisen, zuletzt in Emsdetten und Baden-Würthemberg vor Weihnachten 2006, zuerst an ein mehr „äußeres“ technisch und organisatorisch begründetes Sicherheitssystem an unseren Schulen gedacht und z. B. mit (sicherlich auch sinnvollen) Gesetzen und Vorschlägen gegenüber Killerspielen wie auch zur „technischen“ Sicherheit des Schulhauses reagiert.

II.Ziele
Demgegenüber  wurde von den SchulpsychologInnen der Schwerpunkt auf ein
p ä d a g o g i s c h – p s y c h o l o g i s c h – s o z i a l e s  S i c h e r h e i t s k o n z e p t  gelegt, denn wir waren überzeugt, dass die „Investition“ in gute Pädagogik im umfassenden Sinn als P r ä v e n t i o n der effektivste und kostengünstigste (nicht kostenlose) Beitrag zur Sicherheit an unseren Schulen ist.
Deshalb wurde ein durch empirische Forschung untermauertes und von den Bayerischen SchulpsychologInnen getragenes „Sicherheitskonzept“ entwickelt, das im Wesentlichen 3 Stufen umfasst:

1. als schulweite Grundlage:  eine unterstützende und  liebevolle Atmosphäre zusammen mit konsequenter  Disziplin, die

  1. Bildungsinhalte und Leistung der  jeweiligen Schule 
  2. gleichberechtigt daneben emotionale Intelligenz, gutes soziales Verhalten und die dazu nötigen Problemlösungsstrategien fördern.

2. Einzel-Personen und Netzwerke,

  1. die frühzeitig Risikofaktoren und –Situationen ebenso wie gefährdete Schüler erkennen und diese stützen,
  2. im Fall einer unmittelbaren Störung und Bedrohung intensive,  umfassende und  nachhaltige Beratung und Hilfe anbieten können, nicht nur für den Schüler, sondern auch  für dessen Familie und das soziale Umfeld.

3.  für den seltenen Fall von Großkrisen z.B. in der Folge von Gewalteinwirkung , Unfällen
  oder Naturkatastrophen:

  1. Kriseninterventionspläne, die der jeweiligen  Situation angepasst sind  und
  2. Teams, die auf den  Umgang mit Krisen vorbereitet sind .

III. Praktische Umsetzung
Deshalb arbeiten wir bayerischen SchulpsychologInnen schon seit  Jahren an der Information und am Training von engagierten Lehrkräften, die über gefährdete Schüler bescheid wissen und vor allem Fachleute kennen, an die sie diese zur weitergehenden Hilfe weitervermitteln können,  aber auch an der Ausbildung von Schüler-TutorInnen, die näher an den Mitschülern sind und in Krisenfällen sich frühzeitig an Lehrkräfte und andere erwachsene Helfer wenden können.
 
An mehreren Ingolstädter Schulen sind in der Zwischenzeit Kriseninterventionsteams entstanden .
Zur Vernetzung der Hilfs- Möglichkeiten an Schulen und anderer Hilfsmöglichkeiten im Ingolstädter Raum hat sich darüber hinaus das
Kriseninterventionsnetz (KIN-IN) zusammengefunden.
Wir beschäftigen uns immer noch mit dem Aufbau des Netzwerks, gleichzeitig werden aber auch, bei der Vorstellung der einzelnen Tätigkeitsbereiche, Informationen über mögliche Hilfen in Krisen vermittelt.

IV. Teilnehmer an KIN-IN
10 SchulpsychologInnen der Region, eine (wechselnde ) Gruppe von über 20 Beratungslehrkräften, Religionspädagogen sowie pädagogischen und psychologischen Fachlehrkräften,von den verschiedenen Schulen in der Region 10, außerdem aus Wolnzach und Pfaffenhofen
Frau Braunhardt, Leiterin des KID - Kriseninterventionsdienstes des Bayerischen Roten Kreuzes mit Mitarbeiterin, Frau Mader
Frau Dr. Büchl, Schulärztin am Gesundheitsamt IN,
Herr Dr. Lütkenhaus bzw.andere MitarbeiterInnen der Erziehungsberatungsstelle der Caritas IN,
Herr Dr. Roschmann, klinischer Neuropsychologe und Traumatherapeut am Klinikum In,

V. Ihre Kriseninterventionssysteme haben schon vorgestellt.
 
Herr Schulpsychologe Dipl. Psych J. Röthlein, Sprecher des KIBBS OBB, Freising,

Herr Dipl.Psych. H. Wetzstein; Leiter der Arbeitsgruppe NoPs (Notfall- Psychologie) im Verband deutscher Psychologen BDP

sowie Frau Dipl. Psych Dr. Böhm, EB Kelheim, Organisatorin von MONA Kelheim,

VI.Vorgetragen haben  aus dem engeren und weiteren Kreis des KIN-IN

Frau R. Braunhardt, Leiterin des KID - Kriseninterventionsdienstes des Roten Kreuzes mit Mitarbeiterin, Frau Mader  (psychosoziale Basis-Notfall-Nachsorge und Psychosoziale Notfallversorgung durch KID des Roten Kreuzes, Zusammenspiel der Organisationen bei Großschadensereignissen im Prinzip und in der Erfahrung in Reichenhall )

Frau Dr. Büchl, Schulärztin am Gesundheitsamt IN, (gesundheitliche Beratung und Untersuchung im Kindes- und Jugendalter, Gutachten, z.B. im Unterbringungsverfahren, )

Schulpastoralassistent Achim Kohler,( Krisenintervention in der Schulpastoralarbeit)

Frau Dipl. Psych. Christa Miller, Kinder-und Jugend- Psychologin an der psychiatrischen Abteilung der Kinderklinik Neuburg/Don ( Anzeichen von Trauma bei Kindern und Jugendlichen; Führung durch die psychiatrische Abteilung der Kinderklinik Neuburg/Don )

Herr Josef Finkenzeller, Leiter des Peter-Steuart-Heims (In-Obhutnahme von Jugendlichen im Peter-Steuart-Heim)

Sonderschulkonrektorin Beate Sieber, Vertreterin von Wirbelwind IN (Beratung im Fall von Missbrauch und sexualisierter Gewalt)

VII. Ressourcen und weitere Vorhaben

Kontakte sind hergestellt zu:

  1. Prof. Butollo bzw. seinen Mitarbeitern, Frau Dipl. Psych . Krüsmann und Herrn Dr. Maragkos, Psychotherapeutische Ambulanz der Universität München für Trauma und Angststörungen,
  2. dem Vertreter der  Polizei, Herrn Polizeihauptkommissar Zäpfl
  3. sowie den Ingolstädter Notfallseelsorgern,

Sie sollen noch ausgebaut werden zu weiteren Vertretern der Jugendsozialarbeit, der Feuerwehr, des Jugendamtes und des Jugendstrafvollzugs

Eine Liste von "Notfalladressen", ein "Notfallplan" sowie verschiedene ppt-Kriseninterventions-Darstellungen stehen den KIN-Mitgliedern zu Verfügung.

Einige Gymnasien haben sich mit Notfallteam und Notfallplan  bekannt gemacht.
In diesem Schuljahr möchte Frau Friederike Kreutz  über das Schulamt  Schulleiter der Grund-und Hauptschulen genauer über Krisen-Interventionspläne von KIN und KIBBS informieren.

Insgesamt hoffen wir, dass unsere (rein ehrenamtlichen) Bemühungen im Umkreis der Schulen

  1. in kleineren Krisen zu kompetenten und raschen Hilfen beitragen,
  2. größere  Krisen verhüten helfen und
  3. im (hoffentlich vermeidbaren) Fall von Großkrisen zu einer raschen und vertrauensvollen  Zusammenarbeit führen.

Für das KIN-IN aktualisiert,  Ingolstadt, 24.10.07
Gertraud Gottinger, M.A., Schulpsychologin i.R.


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